Das Wohlbefinden und die Atmung

Unser Wohlbefinden ist eng mit unserer Atmung verbunden.
Fühlen wir uns gestresst, ängstlich, wütend oder nervös, geht unser Atem unruhig und schnell. Wir atmen kurz und dafür häufiger ein und aus. Dabei befüllen wir meist nur einen kleinen Teil unserer Lungen. Entweder nur die Lungenspitze (oberer Anteil) oder nur die Lungenbasis (unterer Anteil). Erstere wird oft als Brustatmung bezeichnet und ist häufiger anzutreffen. Um den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen und die Lungen gesund zu erhalten, müssen wir tief einatmen. Der Austausch von Sauerstoff aus den Alveolen der Lungen in die Blutbahn, vollzieht sich über die gesamten Lungen, nicht nur über einen kleinen Anteil. Der Teil der Lungen, in welchen kein Sauerstoff gelangt, wird nicht mehr ausreichend durchblutet (keine Sorge, dies geschieht nicht, wenn du ab und zu kurzatmig bist!). Bleiben Anteile der Lungen jedoch langfristig ungenutzt, können sich hier Bakterien ungestört ausbreiten und geschwächtes Gewebe angreifen (Folgen können z. B.Lungenentzündungen sein), da ohne Durchblutung auch keine körpereigenen Abwehrzellen dorthin transportiert werden können und innerhalb der Lungen keine Schmerzrezeptoren sitzen, die eine „Bedrohung“ melden könnten.
Auch die Ausatmung ist ein wichtiger Faktor um die Lungen gesund zu erhalten. Über die Ausatmung befördern wir „Abfall“ aus dem Körper, welcher in Form von Kohlendioxid über das Blut in die Lungen transportiert wird. Atmen wir nicht vollständig aus, haben wir auch keinen Platz um tief einatmen zu können.

Zurück zum Wohlbefinden: Diese Kurzatmigkeit führt wiederum dazu, dass sich das ungute Gefühl in uns noch verstärkt.

Sind wir hingegen zufrieden, glücklich, ruhig und entspannt, atmen wir (meist unbewusst) tiefer und dadurch weniger häufig ein und aus.

Im Yoga nimmt der Atem eine wichtige Rolle ein. Yoga lehrt dich, dass Atem und Geist eng miteinander verbunden sind. Die Luft – genauer gesagt, der Sauerstoff – ist einer der wichtigsten Energielieferanten für den Körper. Kommst du in einen geistig angespannten Zustand, kann dir dein Atem helfen dich wieder ruhiger zufühlen, friedlicher und gelassener. Konzentriere dich dafür für einen Moment auf deinen Atem und versuche langsamer und gleichmäßiger zu atmen.
Du hast das Gefühl, dass du nicht aufhören kannst zu denken? Versuche dich für einen Moment auf deinen Atem zu konzentrieren und gönne dir dadurch eine Pause im Denkprozess.
In meinen Yogakursen lege ich großen Wert auf die Atmung. Wir beginnen damit wahrzunehmen, dass wir atmen und wie wir atmen. Viele der ausgeführten Körperübungen dienen dazu, die Atemräume zu weiten, zu dehnen und zu lockern. Denn mit einem eingefallenen oder verspannten Brustkorb ist es schwierig ruhig und tief zu atmen. Übungen zur Atemwahrnehmung – ob durch Beobachtung, Atemübungen oder durch Bewegungen, die durch den Atem gelenkt werden – und Entspannung sind immer teil meiner Yogastunde.

Übe dich darin, dich selbst zu beobachten: Wie fühle ich mich gerade? Was fühle ich gerade? – und mache dir dieses Wissen zunutze.

Du sitzt z. B. im Auto und ärgerst dich wieder mal über jemanden, der dir die Vorfahrt genommen hat. Sobald dir dies auffällt achte auf deinen Atem – wie atme ich gerade? –.Versuche bewusst tiefer ein- und auszuatmen. Zähle wenn du möchtest –und es dir hilft – die Sekunden (z. B. 3s einatmen und 6s ausatmen) und dann nimm wahr,was in dir passiert.

Wenn der Atem wandert, also unregelmäßig ist, dann ist auch der Geist unruhig;
wenn der Atem still ist, ist es auch der Geist.
~ Hatha Yoga Pradipika, Kap. 2 ~

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