Wie Yoga zu einem besseren Schlaf beitragen kann

Leidest du auch, wie so viele Menschen, unter Schlafstörungen? Du kannst nicht einschlafen oder wachst in der Nacht auf und liegst dann bis zum Morgen wach im Bett?

Dann versuch es doch mal mit Yoga, oder hast du etwas zu verlieren?

~ Entspannung am Tag, gut schlafen bei Nacht ~

Yoga baut erwiesenermaßen Stress ab und zählt unter anderem zu den aktiven Entspannungsmaßnahmen. Leiden wir unter Stress (in unserer Gesellschaft oft ein Normalzustand) schüttet unser Körper vermehrt das Hormon Cortisol aus. Dieses Hormon versetzt den Körper in Alarmbereitschaft, eine Schutzfunktion, um bei Gefahr schnell reagieren zu können. Leiden wir dauerhaft unter Stress, sinkt der Cortisolspiegel auch zur Schlafengehzeit nicht mehr tief genug, um einfach in einen erholsamen Schlaf zu sinken. Deswegen ist es so wichtig, einen Ausgleich zu schaffen. Das Stichwort heißt: Entspannung.

Wenn du nicht ausreichend schläfst, können dein Körper und Geist nicht regenerieren. Dadurch wird ein Negativkreislauf in Gang gesetzt. Zusätzlich zu dem bereits vorhandenen Stress wächst dein Stresslevel an. Deine Laune verschlechtert sich (verständlicherweiße), dein Essverhalten ändert sich – es gibt die Stressesser und die Stressfaster –, dir fehlt es an Energie für deinen Alltag, du wirst antriebsloser und du schläfst wahrscheinlich langfristig noch schlechter.

Im Schlaf tanken wir unsere Batterien wieder auf. So, wie du im Training keine Fortschritte erzielst, ohne ausreichend zu regenerieren, kann das Leben sehr anstrengend werden, wenn du dir keine (oder zu wenig) Zeit zum auftanken gibst. Während der Yogapraxis wechseln wir immer wieder von der Anspannung zur Entspannung und von der Bewegung zur Ruhe. So kann sich die Wirkung, die wir mit einer Yogaübung erzielen wollen, erst richtig in uns ausbreiten. Und dadurch trainieren wir auch das Still sein. Einfach mal nichts zu tun.

In unserer Gesellschaft gilt es als normal, ständig etwas zu tun. Wir sind so sehr daran gewöhnt in Aktion zu sein, dass wir kaum noch die Fähigkeit besitzen still zu werden. Wann hast du zuletzt einfach mal aus dem Fenster oder für ein paar Minuten in den Himmel geschaut? Ohne etwas Bestimmtes zu verfolgen, ohne zu denken? Ich meine einfach nur schauen, beobachten, ohne das Gesehene zu benennen und zu bewerten? Unser Geist ist fast ununterbrochen aktiv und wir merken dies meist gar nicht mehr. Wieso auch, es ist ja normal. Doch spätestens in der Nacht, wenn du schlafen möchtest, empfindest du den aktiven Geist (dein Denken) als störend. Du kannst nicht einschlafen oder wachst nach einiger Zeit des Schlafes wieder auf und deine Gedanken drehen sich im Kreis oder springen von diesem zu jenem. Dinge die du noch tun solltest, oder sie wandern zu deiner Vergangenheit, Dinge die du bereits getan hast und du gehst die Situationen immer wieder durch. Dein Geist denkt, dass er damit etwas bezweckt. Nur, was meinst du, kann dein Geist damit erreichen? Deine Vergangenheit ist vergangen, sie ist nicht zu ändern. Wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Ebenso sieht es mit der Zukunft aus. Sie steht noch bevor. Dein Geist kann die Zukunft furchteinflößend darstellen oder traumhaft schön, so dass du voller Hoffnung bist. Das ist aber nicht das, was deine Zukunft ist. Deine Zukunft kommt, in Form des jetzigen Moments. Solange du im Geiste an deine Zukunft denkst, bist du nicht im gegenwertigen Moment und verpasst das Tatsächliche. Die Zukunft kann dir entweder Angst einflößen oder dir Hoffnung geben. Doch beides sind nur Gefühle, die vom Denken in deinem Kopf ausgelöst werden.

In meinen Yogastunden übern wir das Verweilen im jetzigen Augenblick. So wie er ist. Wir akzeptieren ihn, so wie er ist. Wir akzeptieren uns, so wie wir sind. Wir lernen, uns auf unseren Körper zu konzentrieren, uns wahrzunehmen. Und während wir uns auf uns konzentrieren, auf das Gefühl wie sich unser Körper anfühlt, auf den Rhythmus unseres Atems, wird der Geist ruhig. Je tiefer du im jetzigen Moment verankert bist, je stiller ist dein Geist. Das hört sich kompliziert an, im Grunde ist es jedoch so einfach, dass es zu einfach ist um von unserem Verstand erfasst zu werden, denn dieser liebt Beschäftigung.

Üben wir uns jedoch darin, dann fällt es uns immer leichter, uns aus der Gedankenspirale herauszuholen, sobald uns auffällt, dass wir wieder „nur denken“, kommen wir zurück in den gegenwärtigen Moment.

So kannst du, wenn du im Bett liegst und wieder nicht einschlafen kannst, voll in den jetzigen Moment eintauchen. Das Denken loslassen, einfach nur sein. Einatmen und ausatmen und morgens wieder aufwachen.

Versuche es selbst, wenn du nächstes Mal wach daliegst, konzentriere dich auf deine Atmung. Zu Beginn kann es einfacher sein wenn du deine Atemzüge zählst, du kannst dir mit jeder Einatmung „1“ (2,3,4,5….) und mit jeder Ausatmung „schlafen“ sagen. Gib nicht gleich auf wenn es nicht hilft, es ist noch kein Sandmann vom Himmel gefallen, einfach dran bleiben!

Wie bei Allem im Yoga gilt der Grundsatz, setz dich nicht unter Druck! Wenn du merkst, dass sich alles in dir gegen diese Übung sträubt, dann lass es für den Moment sein. Versuche es zu einem anderen Zeitpunkt wieder. Aber veräppel dich nicht selbst, indem du auf jede Ausrede deines Verstandes eingehst. Hier ist Feingefühl gefragt, in Form von Achtsamkeit und Ehrlichkeit dir selbst gegenüber.

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