Depressionen, Burnout & YOGA

Offiziell sind etwa 30% der Bevölkerung von psychischen Leiden betroffen. Depressionen, Burnout und viele weitere Krankheiten entstehen aufgrund fehlender Achtsamkeit uns selbst gegenüber. Fehlende Sorgfalt, im Hinblick auf uns selbst und dem Leben gegenüber. Dies müssen wir jedoch erstmal lernen. Denn leider wird uns das nicht in der Schule beigebracht und in unserer Gesellschaft wird diese Thematik oft belächelt und wenig ernst genommen. Ein Weg Achtsamkeit und Selbstfürsorge zu lernen ist Yoga.

„Wenn du die Berührung mit der inneren Stille verlierst, verlierst du den Kontakt mit dir selbst. Wenn du den  Kontakt mit dir selbst verlierst, verlierst du dich in der Welt. Das innerste Selbstgefühl, das Gefühl dessen, der du bist, ist untrennbar mit Stille verbunden. Das ist das „Ich bin“, das tiefer ist als Namen und Formen.“
Eckart Tolle

Was meint er damit?

Äußere Stille:
Es ist ruhig um dich herum.

Innere Stille:
Ist nichts was man in Worte fasst. Es ist das, was du erfährst. Wie lehr dich z. B. Yoga.

Du selbst:
Wir denken, dass unsere Gedanken unser Selbst ist.
Es ist jedoch nur Teil unseres Verstandes. Wir sind Geist (Verstand) und Seele und hausen in unserem Körper.

Sich in der Welt verlieren:
Wahrnehmung ist individuell.  Stell dir vor, du schaust einen Film auf einer Leinwand. Das was du siehst, ist DEINE Wahrnehmung. Jeder Mensch ist individuell. Jeder Mensch hat seine eigene Leinwand und seinen eigenen Film.
Der Film ist das was geschieht. Die Leinwand ist wie ein Filter, sie ist die Interpretation des Films. Wenn du dich in der Welt verlierst, bist du mit deiner Aufmerksamkeit hauptsächlich auf deiner Leinwand und vergisst, dass es so viele Leinwände wie Lebewesen auf der Welt gibt.
Zwischen Wahrnehmung und Interpretation findet reines SEIN statt. Hier erfährst du innere Stille und dich selbst.


Namen & Formen:
Ist das, was mir mit unserem Denken zu unserer Realität machen, das was unser Verstand interpretiert. Das kann schlecht sein, dann leiden wir aber auch gut, dann sind wir gebunden (an etwas, an einen Umstand, an jemanden…) und glücklich. Irgendwann verändert sich die Lebenssituation, etwas wird dir genommen, ein Äusserer Umstand hat sich ins negative geändert oder du hast jemanden verloren. Leid und Freude gibt es nur miteinander, eine Medille hat zwei Seiten. Gut und Schlecht.Innen und Aussen. Ying und Yang.

Zum Selbstwertgefühl:
Beziehe es aus dem Sein und nicht aus deiner Leinwand.

Ich möchte an dieser Stelle kurz anmerken, dass dies meine Interpretation seiner Worte ist. Ist es auch Deine?

Wie kann uns dieses Wissen bei Leiden wie Burnout, Depressionen u. A. helfen?

Solche Leiden entstehen durch das Verlieren in der Welt. Wenn wir mit unserer Aufmerksamkeit nur im Aussen leben, beziehen wir unser Selbstwertgefühl auch daraus, was im Aussen geschieht.

Wir verfolgen unseren „Plan“ (Bindung an eine Person, Sache oder Lebensumstand), wenn das Leben uns dann den Weg versperrt in dem es unserem „Plan“ in die Quere kommt und wir uns mit der Realität konfrontiert sehen, kann das ganz schön weh tun.

Als normal gilt es Heute leider, dass wir „Etwas vorweisen“ wollen (gefühlt müssen), ständig unter Druck stehen anderer Erwartungen zu erfüllen, dazu kommen unsere eigenen Erwartungen – wir müssen uns schließlich beweisen und ohne uns geht „die Welt unter“ -. Dabei vergessen wir, dass wir uns auch um uns selbst kümmern müssen. Dazu kommen noch Gefühle wie Endtäuschungen und Sorgen. Wir sind ständig im Außen und vergessen dabei unser Innerstes. Irgendwann macht der Körper und/ oder Geist schlapp.

Im Yoga lernen wir, das Körper und Geist sich gegenseitig bedingen. Im Hatha-Yoga üben wir, über den Körper einen Ausgleich zu schaffen und so zu unserem inneren Gleichgewicht zurück zu finden. Wir lernen, was Achtsamkeit bedeutet. Wir lernen, uns zu fühlen, auf uns zu hören und unseren Bedürfnissen nachzugehen. Mit Bedürfnissen meine ich nicht, dem Bedürfnis nach den schönsten Markenklamotten, dem neuen Sportwagen, Reichtum oder Anerkennung nachzujagen. Ich meine unsere innersten Bedürfnisse zu erkennen, zu akzeptieren und zu stillen. Auf Anstrengung folgt Entspannung. So üben wir im Yoga und so ist es auch im Leben, oder sollte es zumindest sein, wenn wir langfristig gesund und zufrieden durchs Leben gehen möchten.

Zufriedenheit im Geiste zu erlangen, ohne den Körper – durch den der Geist wirkt – gesund zu halten, ist unmöglich. Im Yoga lernen wir, den eigenen Körper wieder zu fühlen. Wir lernen, anzunehmen was ist (die eigenen Grenzen liebevoll annehmen) und uns dem Moment hin zu geben. Einfach mal nur zu sein.

Ebenfalls lernen wir, unsere Geistestätigkeit bewusst wahrzunehmen. Wir achten auf unsere Gedanken – denn wir wissen: Was wir denken wird wahr – und Gefühle. Wir nehmen wahr, was wir Denken und Fühlen, sind uns dessen bewusst, ohne uns damit zu identifizieren. Das Beobachten der eigenen Geistestätigkeit ist Bewusstheit. Bewusstheit ist Freiheit. Frei von mentalen Vorstellungen, frei sein vom eigenen Ego. Das Erkennen des ICH BIN, ohne das Ich zu sein, dass nur das Ego verteidigt und stärkt, das ist Bewusstheit. Je bewusster du bist, je weniger werden dich Leiden wie Depressionen erreichen. Bewusstheit vertreibt Leid, so wie Licht die Dunkelheit vertreibt.

Das praktizieren von Yoga erfolgt zwanglos. Das Üben (gerade zu Beginn) erfordert Disziplin, jedoch keinen Druck. Wenn du Yoga übst, dich dabei im Geiste jedoch dagegen sträubst (innerlicher Wiederstand da ist, das merkst du daran, dass du nörgelst, negativ kommentierst etc.), ist das kontraproduktiv. Dann ist es besser erstmal nicht zu üben und es zu einem anderen Zeitpunkt wieder zu versuchen. Auch das ist Yoga, anerkennen dessen was ist. „Ich bin gerade nicht bereit dafür.“ Diese Erkenntnis ist ein inneres Bedürfnis, du bewirkst mehr, wenn du das annimmst und akzeptierst, als wenn du unter Zwang weiter übst.

Yoga zielt auf eine gesunde Lebensweise im Allgemeinen ab. Dazu gehört die Ernährung und unser Lebensstil. Es gibt Vorschriften und Regeln aus der Yogaphilosophie, die uns dahin führen. Aber keine Sorge, du musst nicht alles zu 100% befolgen, der Weg ist das Ziel. Nimm das mit, was dir momentan hilft.

Es ist wichtig, auch wenn du nicht akut betroffen bist, vorzubeugen Vorsorge ist besser als Nachsorge. Es muss nicht Yoga sein, Yoga kann ein Weg sein. Wenn du betroffen bist, kann es nicht schaden es auszuprobieren. Wenn du dir jemanden suchst der dir hierbei hilft, achte darauf, dass die Person es ehrlich meint und ihr zueinander passt. Wenn es sich gut anfühlt bist du an die richtige Person geraten, ansonsten scheu dich nicht weiter zu suchen. Ein Decken passt nicht zu jedem Topf! Es geht nicht darum nur in dich hineinzuhören. Innen und Aussen. Leben ist beides. Du bist. Du erschaffst. Du bist Seele, Geist und Körper. Im Yoga bringen wir alles in Einklang.

4 Kommentare zu „Depressionen, Burnout & YOGA

  1. Du hast nicht zufällig ein paar Übungen parat, die helfen Panikattacken in den Griff zu bekommen?
    Oder Übungen zur Stärkung der Nervenkraft? Hmm – ich rede wie ein Laie, weil ich einer bin! Doch ich konnte meine Aufmerksamkeit in letzter Zeit auf den Solar Plexus lenken, um festzustellen, dass alle „Gefühle“ dort ihren Ausgang haben.
    Gefühle wie Hilflosigkeit, Ängstlichkeit, aber auch alle Triebe und Begierden. Beginnend mit dem 3-4 Brustwirbel unterm Brustbein bis hinunter zum Nabel hat jede Gefühlsregung seinen Platz.
    Jetzt denke ich mir, dass es doch hilfreich sein könnte, wenn man diese einzelnen Stellen irgendwie „festigen“ könnte, um diesen Treiben nicht dauernd unkontrolliert ausgeliefert zu sein.
    Rede ich hier wie ein Blinder von der Farbe? Oder ist sowas mit Yoga möglich?

    herzliche Grüsse aus Wien
    Doris Barbara

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    1. Liebe Doris,
      du sprichst nicht wie eine Blinde. Ich behaupte dass Yoga hier helfen kann. Du übst dich in Achtsamkeit, dadurch wird dir immer schneller auffallen wenn die Panik am Kommen ist (Frühwarnzeichen). Das ist der erste Step mit dem du arbeiten kannst. Sobald dir auffällt, dass die Panik im Anmarsch ist, kannst du handeln. Wie handeln? Das gilt es für dich raus zu finden. Im Yoga gibt es unzählige Übungen und jeder Mensch spricht auf andere Übungen mehr/ weniger an. Du kannst damit beginnen deinen Atem zu beobachten. Durch Beobachten Deiner Atmung lenkst du deine Aufmerksamkeit von der Panik weg. Du kommst raus aus dem Denken ins Hier und Jetzt (der Moment zwischen Wahrnehmung und Interpretation). Solche Gefühle sitzen jedoch nicht nur in den Gedanken. Deine Gedanken formen deine Gefühle und je länger du diese mit dir rumschleppst, desto tiefer setzen sie sich in dir und deinem Körper fest. Auch die Gefühle müssen gelöst und aufgearbeitet werden. Yoga kann hier helfen indem es Gefühle und Blockaden löst (das ist nicht zu unterschätzen, es kann sehr schwer im Sinne von anstrengend sein). Wenn du einen guten Lehrer oder Therapeuten hast, zu dem du Vertrauen hast, dann wird dir das sicher helfen! Ansonsten beginne damit, dir deine Gedanken bewusst zu machen und sie um zu konditionieren. Sage dir z. B. immer wieder „ich bin in Sicherheit“.
      Das erfordert viel Übung und ist nicht in ein paar Tagen/ Wochen verändert. Es ist ein Anfang.
      Folge mir auf Instagram oder Facebook, ich werde nächste Woche mal eine Übungsreihe für ein starkes Nervensystem posten (siehst du auch am Fuße meiner Homepage).

      Ich hoffe dass meine Worte dir etwas geben.
      Ganz liebe Grüße zurück nach Wien aus Karlsruhe,
      Cora

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  2. ich mag keine Vorschriften mehr! Die wilde Seele der weiblichen Kraft darf fließen. Die zeit der Konzepte sind für mich nicht mehr haltbar. Yoga ist ein wichtiges Element zum Selbst.

    Bhakti-Yoga ist im Hinduismus die Bezeichnung für den Weg der liebenden Hingabe an Gott, der meist als persönlich angesehen wird. Und diese Wege sind konzeptlos und absolut individuell. INSPIRATIV
    Herzlichen Dank für deinen Blog hast mich zum Nachdenken gebracht!
    Alles Liebe

    Gefällt 1 Person

    1. Danke auch für deine Worte! Die Seele darf fließen, sie darf SEIN

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